Chevrolet-Pickups
(Autor: Redneck)

1929_Chevrolet_LQ_SeriesIm Jahre 1908 gründete William C. Durant die Firma General Motors. Da er aber schon kurze Zeit später die Kontrolle über das Unternehmen verlor, gründete er aufgrund eines Automobilentwurfs des französisch-schweizerischen Ingenieurs Louis Chevrolet die Chevrolet Company. Der erste Truck war bereits 1918 fertiggestellt und hieß überraschenderweise „Model T“, genauso wie Fords Erfolgsmodell. Ab 1926 gab es den Superior Series Chevrolet Utility Truck, damals noch mit Holzspeichenrädern und einer optionalen Stoßstange.

 

Mit der eigentlichen Serienproduktion wurde aber erst im Jahre 1931 begonnen, als Chevrolet die Martin-Perry-Company aufkaufte. Die ersten Motoren waren noch 2,8 Liter Vierzylinder mit anfangs sagenhaften 25 PS, später dann immerhin 35 PS. Ab 1929, im Jahr der Weltwirtschaftskrise, führte Chevrolet als Neuheit den Stovebolt-Sechszylinder ein, einem 3,2 Liter großen Reihensechszylinder mit 46 PS. Er wurde bis 1955 gebaut und war ein großer Erfolg. Während die Ford-Trucks lange Zeit nur in schwarz zu haben waren, ging man bei Chevrolet weg vom Einheitsblau und brachte auch frischere Farben auf den Markt.

 

1937 lief eine vollständig neu entwickelte Reihe GC / KC Pickup Modell vom Band. Der bis dahin übliche schmale, lange Kühlergrill wurde nun ersetzt durch einen breiteren Grill, der sich um die Frontpartie schmiegte. Auch die Lichter wurden nun teilweise in die Kotflügel integriert.

1939_Chevrolet_Pickup

Bereits 1939 lief der zweimillionste Pickup vom Band und übernahm die Marktführung. 1947 wurde die Advance-Design-Serie eingeführt und ab 55 die Task-Force-Series. Jetzt hielt auch der erste V8 in der Firmengeschichte Einzug in den Pickup, der Trademaster mit 4,4 Liter Hubraum und 154 PS, der zu Recht als „The Hearbeat of America“, Amerikas Herzschlag, bezeichnet werden darf. Die Firma ruhte sich nicht auf ihren Lorbeeren aus, sondern brachte ständig Verbesserungen und neue Innovationen auf den Markt, was ihr in den kommenden 20 Jahren die Spitze der Verkaufszahlen einbrachte.

1954_Chevrolet_Pickup

Die 50er Jahre brachten einen Wandel vom spartanischen Transportfahrzeug, das überwiegend für kommerzielle oder in der Landwirtschaft für Transportzwecke eingesetzt wurde, hin zu einem Auto für den einsetzenden Freizeitboom und nicht zuletzt auch zu einem alltäglichen Transportmittel. Es war nicht mehr verpönt, auch im Alltag einen Pickup zu bewegen. Die 60er Jahre waren geprägt von Luft- und Raumfahrt, was man auch im Design der immer futuristischer und verspielter werdenden Pickups merkte. Das wechselte in den 70er Jahren, als wieder klare, gerade Linien im Vordergrund standen.

 

1957 kam der Ford Ranchero auf den Markt, ein Pickup, der auf Limousinen-Fahrgestellen aufgebaut war und ein großer Erfolg wurde. Das konnte Chevrolet natürlich nicht auf sich sitzen lassen und brachte zwei Jahre später den „El Camino“ auf den Markt, dessen Name sich vom Spanischen ableitet und einfach „Highway“ bedeutet. Er hielt sich mit Unterbrechungen immerhin bis 1987. In den Muscle-Car-Zeiten gab es Motoren mit 7,4 Litern und 450 PS! Jedoch nicht lange, den die auch damals schon immer strenger werdenden Emissionsvorschriften setzten diesem PS-Wahn bald ein Ende.

1968_El_Camino

Bei den regulären Pickups gab es eine breite Motorenpalette. Zum Standart – Sechszylinder mit 155 PS gesellte sich noch eine kraftvollere Variante sowie zwei Small-Block-V8. 1969 wurde der bis heute bekannte und millionenfach verbaute 5,7 Liter V8 vorgestellt. 1970 folgte dann noch der „Large-Block V8“ mit 6,6 Litern Hubraum und 310 PS.

Chevrolet_PickupSpäter wurde die C / K – Serie vorgestellt, das C steht dabei für 4x2 – Heckantriebs-Modelle, das K für die 4x4-Allradmodelle. Diese Serie war Chevrolets langlebigstes Truck-Modell und bestimmte lange Zeit das Straßenbild der amerikanischen Straßen, auch heute sind noch sehr viele Exemplare im Alltagsbetrieb unterwegs. Die strengeren Umweltauflagen in den 70ern zwang die Hersteller eine zeitlang zu stark leistungsgedrosselten Motoren, was aber die Motorenvielfalt erhöhte. Zu zwei Sechszylindern gesellten sich mittlerweile vier V8 – Motoren! Der größte davon war der 7,4 Liter „Big Block“ mit 245 PS. Eine Reihe verschiedener Dieselmotoren in den späten 70ern und 80er Jahren folgten.

Allradantrieb war bei Pickups nicht selbstverständlich. Auch heute noch kann man wählen zwischen 4x2 und 4x4. Ein Mr. Marmon, erfolgreicher Geschäftsmann, und ein Colonel Herrington, der bei der Armee Erfahrungen mit Allradantrieb sammeln konnte, schlossen sich zur Marmon – Herrington – Company zusammen. Diese baute zuerst eigene Pickups, spezialisierte sich aber dann auf den Umbau anderer Fabrikate, zuerst Ford, dann auch andere Marken. Die Umrüstsätze waren erstaunlich gut verarbeitet, so dass sie auch härtesten Bedingungen gewachsen waren.

Ab Anfang 1950 übernahm zunächst die Firma NAPCO die Aufgaben der Marmon-Herrington-Company, ab 1960 löste GM den Vertrag und bot nun 4x4-Modelle optional zu den Heckantriebsmodellen an.

Anfang der 80er Jahre steuerte die amerikanische Wirtschaft auf eine starke Rezession zu, General Motors wurde nur durch seine enorme Firmengröße vor einer Pleite bewahrt. Und wieder waren die Pickups der Lichtblick für die einheimischen Hersteller. Die Verkäufe der großen Pickups stiegen weiter an, was bis in die 90er Jahre hinein anhielt.

Schon in den 70er und auch in den 80er Jahren weitete man die Kombinationsmöglichkeiten immer weiter aus,  es gab mehr Motoren, größere Tanks, verschiedene Rädstände, Ausstattungslinien, Stepside´s und Fleetside – Ladeflächen, Short- und Longbeds. Der Name Silverado ersetzt den Cheyenne Super und der Custom Deluxe ersetzt den Custom. 77 wurde der Eintonner, die stärkste Version, mit der Bezeichnung K 30 eingeführt. Von diesen Pickups bestellte auch die US-Army in den Jahren 1984-86 eine nicht unerhebliche Menge, diese K 30 sind mittlerweile auch wegen ihrer robusten Ausführung bei uns gesuchte Modelle und erzielen trotz ihres Alters noch recht hohe Preise am Gebrauchtwagenmarkt. Der 6,2 Liter V8 Detroit-Diesel wurde abgeleitet vom 5,7 Liter Benziner. Seine eher bescheidene Leistung mit ca. 130 PS dankt er aber mit einem sehr geringen Verbrauch von um die 13-14 Liter.

Chevrolet_K30

1987 gab es auch verschiedene Versionen, es gab viele Kombinationsmöglichkeiten, jede entweder als „C“ oder als „K“ – Ausführung mit vier verschiedenen Motoren: der 4,3 Liter V6 als kleinster, dann der 5.0 Liter V8, der 5.7 V8 und der 6.2 Liter Diesel V8, der später ersetzt wurde durch eine Turboversion mit 6.5 Litern. Für die stärkeren Versionen, dem Dreiviertel-Tonner und dem Eintonner, auch zusätzlich den 7.4 Liter V8.

1999_Chevrolet_SilveradoDer Nachfolger der C / K – Baureihe hörte auf den Namen Silverado. Er wurde Ende 98 als 99er Modell der Öffentlichkeit vorgestellt, das alte Modell wurde noch ein Jahr weitergebaut.  Die Motorenpalette reichte auch hier vom 4.3 Liter V6 bis zum 6.0 V8 im SS (Super Sport). Eine Heavy-Duty- Version war für die schwereren Aufgaben zuständig, auch zu haben mit einem 6.6 Liter Duramax-Diesel von Isuzu.

Seit 2007 gibt es nun die aktuelle Version mit einer neu gestalteten Karosserie und stärkeren Motoren, sowie einem 6-Gang- Automatikgetriebe.

Seit 1982 stehen den Fullsize – Pickups auch kleinere Baureihen zur Seite, bei Chevrolet der s10, der diesen Namen über die gesamte Bauzeit bis Einstellung im Jahre 2004 beibehielt. Im Gegensatz zu GMC, wo der zum s10 bis auf den Kühlergrill baugleiche Pickup zuerst s15, später Sonoma hieß.

98_Chevrolet_S-10

Die erste Generation wurde von 82-93 produziert. Basismotorisierung war der 2.2 Liter R4 oder dann der 2.8 Liter V6, ab 1988 wurde der dann abgelöst vom 4.3 L V6. Ab 1994 spricht man von der zweiten Generation, der 2,8 Liter entfiel. Der 4.3 Liter Vortec V6 wurde überarbeitet. Ab 2001 war auch eine Doppelkabinenversion zu haben, aber nur in Verbindung mit Allrad und Automatik. Außerdem gab es auch wie bei den großen Baureihen ein ZR2-Offroad-Paket, nämlich von 98 – 2003. Der Vortec-V6 ist ein überaus zuverlässiger Motor, der sehr hohe Laufleistungen erreicht.

2008_Chevrolet_ColoradoAb 2004 wurde der s10 ersetzt durch den Colorado, dessen Basismotor ein 2.8 Liter Vierzylinder ist, man kann ihn aber auch mit dem 3.5 Liter Fünfzylinder mit 220 PS ordern. Es gibt ihn als Regular-, Extended- und Crew Cab, alle Versionen entweder als 4x2 oder 4x4, sowie mit Schalter oder Automatik.

 

Ein Exot, der es durchaus verdient, auch mal erwähnt zu werden, ist der von 2003 – 2006 produzierte Chevrolet SSR, ein Pickup-Cabrio mit elektrisch versenkbarem Dach.

Chevrolet_SSRVerwendung fand der 5.3 Liter V8, der auch in den Silverados zu finden war. Dieser beschleunigte den Wagen in 7,7 Sekunden von Null auf Hundert. Leider blieb der SSR hinter den Erwartungen zurück, die an ihn gestellt wurden, so dass nach ca. 24150 verkauften Exemplaren 2006 die Produktion eingestellt wurde.

 

 

1929_Chevrolet_LQ_Series

 

 

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