Sonstige Pickup
(Autor: Redneck)

GMC

55_GMC_PickupMitte der 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts trennte General Motors, der Mutterkonzern, die Produktion von mittelschweren und schweren LKW´s vom Hauptunternehmen ab, so das GMC Truck ein quasi eigenständiges Unternehmen wurde. Die leichten Pickups von Chevrolet und GMC wurden weiterhin von GM vertrieben, während GMC mehr den Schwerpunkt auf mittelschwere und schwere LKW´s legte.

 

Die Baureihen von Chevrolet und GMC sind fast identische Fahrzeuge, deren markantestes Untescheidungsmerkmal ein anders gestalteter Kühlergrill sowie andere Motoren waren. Das rührte daher, dass die Firma von Anfang an mehr die schwereren Baureihen produzierte. Ab den 60er Jahren unterschieden sich die Pickups dann nur noch durch die leicht veränderte Optik, weshalb auf die einzelnen Baureihen hier nicht näher eingegangen werden soll (s. Chevrolet). Trotz der großen Ähnlichkeit hatte jeder der beiden Firmen ihre treue Kundschaft bis heute.

 

 

International Harvester (IHC)

1951_IHC1902 fusionierte die McCormick Harvesting Co. Und die Deering Harvester Co. Zur International Harvester Corporation. Die Firma war von Anfang an auf den Bau von Nutzfahrzeugen spezialisiert, hauptsächlich verließen landwirtschaftliche Maschinen die Werkshallen. Der Auto Wagon von 1908 und 1910 darf wohl als erster Pickup im eigentlichen Sinne überhaupt gelten. Mit einem gut ausgebauten, flächendeckenden  Händlernetz war die Kundschaft zum großen Teil Farmer.

 

1920 / 21 wurde die S-Serie eingeführt, ein 3,2 Liter großer Vierzylinder leistete 35 PS.

Er besaß luftgefüllte Reifen, was eine große Verbesserung im Fahrverhalten und im Fahrtkomfort darstellte, denn bis dahin waren Vollgummireifen üblich gewesen. In Zeiten der Wirtschaftskrise waren die International zwar gut, aber teuer, was viele zu Chevrolet oder Ford wechseln ließ, da diese einfach billiger waren. Eine Zusammenarbeit mit der Firma Willy´s erwies sich für beide Seiten als positiv,  International´s D1 wurde mit einer verbesserten Version des Willy´s Sechszylinders angetrieben.

1947 wurde die KB – Serie eingeführt, zwei Jahre später folgte die Model L- Serie. Diese waren schnell als zuverlässige Arbeitstiere bekannt und beliebt. Der neue Sechszylinder-Motor, genannt „Silver Diamond“, mit 101 PS aus 3,6 Liter, hielt sich bis in die 70er Jahre hinein. Auf die „R-Serie“ von 1953 folgte 1956 die „S-Serie“ mit dem „Black Diamond“ Reihensechszylinder mit nunmehr 3,9 Liter Hubraum und 141 PS.

1959 führt man die „B-Serie“ ein und wurde mit dem 4.4 Liter großen V8-Motor und 155 PS wieder konkurrenzfähig. Dieses Modell war recht erfolgreich, so dass bis 1968 keine wesentlichen Änderungen mehr stattfanden.

Ab 1969 erschien die „D-Serie“, die sich optisch stark an den Geländewagen „Scout“ anlehnte. Die Verkaufszahlen sanken immer weiter, so dass man sich ab 1975 entschloß, nur noch größere LKW´s zu produzieren.

 

Hudson

1946_HudsonBereits im Jahre 1909 wurde die Hudson Motor Car Company gegründet. Dessen „Super Six“ – Motor galt als Revolution, da er eine ausgewuchtete Kurbelwelle besaß und so für eine enorme Laufruhe sorgte. Der Terraplane – Pickup, dessen stromlinienförmiges Design optisch schon enorm was hermachte, zählt heute zu den vielleicht schönsten Pickups, die je gebaut wurden. Er lief von 1934 – 37 vom Band. Sein 3.5 Liter Reihensechszylinder lieferte 80 PS an die Kurbelwelle. Es gab zwei Größen, die 90er Serie und das größere „Big Boy“ – Modell, das auf den Namen Model 98 hörte.

Die Produktion wurde 1942 durch den zweiten Weltkrieg unterbrochen, aber nach Kriegsende 1945 wieder aufgenommen. Hudson war einer der letzten unabhängigen Hersteller, aber auch er musste 1954 mit Nash fusionieren und wurde zu American Motors. Das Hudson – Firmen – Emblem hielt sich aber noch bis 1957.

 

Studebaker

1954_StudebakerUm die Jahrhundertwende galt der Hersteller als der größte Wagenbauer der Welt. Zu Beginn der 20er Jahre wurden hauptsächlich PKW´s hergestellt, während  in den 30er Jahren auch leichte Nutzfahrzeuge produziert wurden. Durch Annehmlichkeiten wie seitlichen Ausstellfenstern, einem zweiten Scheibenwischer oder einem verstellbarem Sitz bot Studebaker mehr Extras als die Konkurrenz, ließ die Fahrzeuge aber auch im Durchschnitt 25% teuerer werden als die Mitbewerber. Auch eine Einzelradaufhängung wurde als Alternative zur sonst üblichen Starrachse angeboten, sehr modern für die damalige Zeit. Die Fahrzeuge der Konkurrenz waren nur mit Starrachse zu haben.

1941 wurde der Truck M5 eingeführt, der größtenteils neu war. Sein 2,8 Liter Sechszylinder lieferte 80 PS. Die Serie 2R bis 1953 ähnelte sehr dem Design der Advance-Serie von Chevrolet. In den 50er Jahren musste Studebaker wie alle anderen Hersteller auch ums Überleben kämpfen. Die 2R-Serie wurde 1955 in „E-Serie“ umbenannt, der V8 mit 3.7 Liter und Automatikgetriebe, das optional erhältlich war, wurde ein großer Erfolg. Die Karosserie blieb bis auf ein paar Details nahezu unverändert bis 1959. Aufgrund der übermächtig werdenden Konkurrenz sah man sich aber 1963 gezwungen, die Produktion einzustellen.

 

REO

Reo_TruckDer Name REO setzt sich zusammen aus den Anfangsbuchstaben des Gründers, Mr. Ranson Eli Olds, der zuerst die Firma Oldsmobile, später die REO Motor Car Company gegründet hat. Schon 1915 war der Speedwagon als Truck ausgelegt und weniger als PKW. In den 30er Jahren wurde eine ganze Reihe leichterer Pickups produziert. Bereits 1940 stellte man die Produktion der leichteren Baureihen schon wieder ein und konzentrierte sich mehr auf mittelschwere und schwere LKW´s. REO wurde 1957 vom LKW-Hersteller White aufgekauft.

 

MACK

1935_Mack_PickupDie Geschichte der 5 Brüder Mack begann mit der Herstellung von Pferdewagen. 1915 erfolgte dann die Gründung der Mack Bros. Motor Car Company. Das zog einen Umzug von New York nach Allentown in Pennsylvania nach sich. Das Unternehmen fusionierte mit anderen Herstellern, aber der Name Mack blieb am erfolgreichsten und wurde 1922 zur Mack Truck Inc.

1938 brachte das Unternehmen einen eigenen Pickup auf den Markt, der sich ED nannte. Im Gegensatz zur Konkurrenz, deren Pickups eigentlich nur auf umgebauten PKW´s basierten, war der Mack Truck eine der robustesten Pickups aller Zeiten.  Sein 3.5 Liter Sechszylinder leistete 67 PS und war bei harten Einsätzen überaus beliebt und zuverlässig. Nach dem Krieg verlegte man die Produktion nur noch auf mittelschwere und schwere Trucks. So hinterließ der Mack Pickup ein kleines, aber dennoch feines  Erbe.

 

Diamond T.

1948diamondt201Das Unternehmen wurde 1905 in Chicago gegründet, ab 1911 wurden nur noch Trucks gebaut, wie z.B. das Model 80 von 1936-38. Der Nachfolger war der T 201. Er war extrem robust in sämtlichen Baugruppen und leistete 91 PS. Auch er war für die schweren Aufgaben, die die ländliche Bevölkerung an ihn stellte, bestens gerüstet und genoß deshalb einen guten Ruf. Mit Einstellung der 201er -  Serie 1949 wurden dann nur noch größere LKW´s produziert. Auch Diamond T. wurde vom LKW-Hersteller White aufgekauft und fusionierte später mit REO.

 

 

Buddy Stewart

1936_stewart_buddy

Die Stuart Motor Corporation stellte von 1912 – 1941 in New York leichte bis mittelschwere Pickups her, bevor sie im Krieg die Produktion einstellte.

 

 

 


Powell

1956_Powell_Pickup01Die Pickups dieses Kleinherstellers waren eine kurzlebige Kuriosität. Die Gebrüder Powell wollten in den USA der 50er Jahre einen preiswerten Pickup bauen, dessen Verkaufspreis bei rund 1000 Dollar lag. Dazu setzten sie die Karosserie ihrer Pickups auf die überholten Chassis der 1941er Plymouth – PKW. Diese war aus Stahlblech geformt, die Front war aus Fiberglas. Auf die Ladefläche konnte ein Campingaufsatz gesetzt werden.

Nach ca. 800 Fahrzeugen war aber schon 1956 Ende, obwohl noch Aufträge für über 100 Fahrzeuge in der Schublade lagen! Es mangelte eher an geeigneten Chassis der Plymouth – PKW´s.

 

So viel zu den historischen Herstellern der Pickups. Viele Namen sind heute nicht mehr bekannt, wer noch ein Fahrzeug eines dieser Hersteller besitzt, kann sich glücklich schätzen. Nicht nur in Amerika, auch in Japan und anderswo wurden schon seit langer Zeit Pickups hergestellt.

Ssangyong 

Musso_SportsDie Firma Ssangyong wurde 1954 gegründet, ab 1986 stieg die Ssangyong Group ins Unternehmen ein. 1991 ging man eine nicht lange währende Partnerschaft mit Mercedes ein, 1997 übernahm der Daewoo Konzern die Mehrheit. 2000 wurde die Firma ein weiteres mal verkauft, im Jahr 2009 wurde sogar kurzzeitig mal die Produktion eingestellt, aber kurz darauf wieder aufgenommen.

Den Musso, der unter anderem mit einem 2.9 Liter Mercedes-Lizenz – Diesel verkauft wurde, gab es auch in einer Pickup-Version, dem Musso Sport. Er wurde bis 2005 produziert, dann übernahm der Actyon Sport die Nachfolge des Musso Pickups. Er ist hierzulande eher selten anzutreffen, sein mutiges, außergewöhnliches Design trifft nicht jedermanns Geschmack, so dass es ein Exot bleiben wird.

 

Bandeirante

BandeiranteDiese brasilianische  Firma baute lange Zeit den Landcruiser J4 von Toyota in Lizenz.

Die ersten wurden schon 1959 von Brasilien importiert und in Bausätzen geliefert, um dann im Werk in Sao Paulo in Brasilien zusammengebaut zu werden. Als Motoren standen Benziner und Diesel zur Verfügung, wie im japanischen J4 auch. Ab 1962 begann man dann mit dem Bau des J4 mit im eigenen Land hergestellten Teilen. Bis 1968 wurden sämtliche Teile in Brasilien in Eigenregie gebaut, eine zeitlang verbaute man sogar Mercedes Dieselmotoren. Ab 1994 dann allerdings wieder ausschließlich Toyota-Motoren.

Äußerlich blieben die Bandeirantes ziemlich unverändert. Ab 1983 wurden dann auch Pickups auf J4-Basis mit rechteckigen statt runden Scheinwerfern gebaut. 1999 führte man einen Doppelkabiner ein, den es bis jetzt vom J4 noch nicht gegeben hatte. Die waren bisher nur als Single-Cab erhältlich. Nun hatte man auch die Möglichkeit, mehr Personen und Ladung durch die unwegsamen Regenwälder Brasiliens zu transportieren.

In den 90er Jahren wurde das Importverbot für Autos aufgehoben, da jetzt auch modernere und günstigere Autos importiert werden konnten, sank die Nachfrage nach den Bandeirante J4 kontinuierlich. Die Motoren waren alle in die Jahre gekommen und erfüllten die strenger werdenden Abgasvorschriften nicht mehr. Deshalb ließ Toyota eine Studie durchführen, ob nicht ein anderer, modernerer Diesel geeignet wäre, sich den Vorschriften anzupassen. Man erkannte aber schnell, dass das die Mühe nicht wert wäre, denn auch die Optik der Fahrzeuge wollte nicht mehr so recht in die neuere Zeit passen. 2001 rollte deswegen der letzte Bandeirante vom Band.

 

Mahindra

MahindraDie Mahindra & Mahindra Ltd. (M&M) mit Firmensitz in Mumbai ist einer der bedeutendsten Automobilhersteller in Indien und wurde bereits 1945 gegründet.

Produziert werden Pickups, leichte Nutzfahrzeuge und Threewheeler. Schon 1947 wurden die ersten Teile von CJ-Jeeps und Willy´s Overland nach Indien importiert, zwei Jahre später begann man mit der Montage.

1954 kam ein Lizenzvertrag mit Kaiser-Jeep und American Motors zustande, er beinhaltete eine gemeinsame Produktion von Jeep-Modellen in Indien. Von der CJ-Baureihe werden auch Pickups hergestellt, die es sowohl als Einzel-, als auch als Doppelkabiner mit 4 Türen gab. Nach Deutschland wurden sie ausschließlich mit einem 4 Zylinder – Diesel geliefert, gefertigt von Mahindra durch einen Lizenzvertrag mit dem französichen Automobilhersteller Peugeot. Nach dem CJ kam ein modernerer Nachfolger, die Nachfrage blieb aber mangels flächendeckendem Händlernetz, immer strenger werdenden Abgasvorschriften und auch teilweise schlechter Verarbeitungsqualität sehr gering.

Das war ein grober Überblick über die sonstigen Hersteller von Pickups. Natürlich gibt es sicherlich noch viel mehr, auch der indische Hersteller Trax, Lada, Skoda oder Fiat hatten und haben Pickup-Modelle im Programm. Nicht erwähnt wurden hier die Frontlenker – Versionen, wie von Jeep, Landrover oder Volvo, die im weitesten Sinne auch als Pickups zählen, aber eben nicht die typische Form eines Pickups haben, wie wir sie uns vorstellen. Viele der Modelle gab und gibt es als Allrad oder ohne, momentan drängen die chinesischen Hersteller mit Marken wie Gonow auf den europäischen Markt. Sie bieten Pickups zu billigen Preisen an, ständig rücken neue Modelle nach. Auch VW drängt 2010 mit dem Amarok auf den Markt. Neben den werksseitigen Pickups gibt es auch von vielen Herstellern Kleinserien von Pickups, die meistens vom jeweiligen PKW – Modell abgeleitet sind. Oder Tuner und Bastler machen aus handelsüblichen Geländewagen und PKW´s Pickups, wie z.B. der „Brute“ von Jeep.

Eine vollständige Aufzählung aller Marken ist fast nicht möglich, wer also noch den einen oder anderen kuriosen Hersteller anzubieten hat, kann das gerne tun! Dieser kleine Ausflug in die Geschichte der Pickups erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

{jcomments on}

 

   
   
© pickuptrucks.de