Die Entwicklung in den USA

Autor: Redneck

 

Ford T Pickup 1919   Das Wort Pickup stammt ursprünglich von „to pick up“, also so viel wie „aufladen“. Schon im Amerika der 20er und 30er Jahre hatte jeder große Hersteller einen solchen Pickup im Angebot. Diese Fahrzeuggattung erwies sich schnell als überaus praktisch – nicht so groß wie reguläre LKW´s, aber groß genug, um eine Menge Lasten auch über weite Entfernungen in den ländlichen Gegenden der USA zu transportieren.
     

 

 

 

So entwickelten sich im Laufe der Zeit verschiedene Modelle, vor allem in den ländlichen Gegenden Amerikas etablierten sich diese Fahrzeuge schnell für den täglichen Gebrauch. Am Anfang noch als reines Nutzfahrzeug konzipiert, wichen die anfangs noch schwachen Motoren schnell stärkeren Sechs- und Achtzylindern. Man merkte, dass man Nutzen auch mit dem Geschmack der Zeit verbinden konnte, und so hatte jedes Jahrzehnt seine modischen Akzente. Vom eher LKW-artigen Aussehen der 30er und 40er Jahre entstanden in den 50er Jahren die typischen runden Formen, die über ein Jahrzehnt das automobile Aussehen sowohl bei PKW´s als auch bei Pickups bestimmte.   Dodge-Oldie
     

 

Chevy70er   In den 60er Jahren wurde das Design dann wieder eckiger, und in Zeiten der typischen Muscle-Cars der 70er Jahre zählte vor allem Größe, sowohl bei den Ausmaßen als auch bei den Motoren. Die kleinen Vierzylinder entfielen oft, der Sechszylinder wurde zur Basismotorisierung. Optional gab es mehrere Achtzylinder, die hubraumstärksten hatten über 8 Liter Hubraum. An dieser Entwicklung kam keiner der großen Hersteller vorbei, sowohl Chevrolet und GMC, als auch Ford und Dodge hatten solche Motoren zur Auswahl.

 

     
Als ab Mitte der 80er und in den 90er Jahren der Trend zu kleineren Modellen ging, wurden zwar die Fullsize-Pickups weitergebaut, ihnen zur Seite gestellt wurden aber kleinere Modelle wie der Ford Ranger, der Dodge Dakota oder der Chevrolet s10.   Ford_Ranger

 

     
Jeep_Scrampler   Auch Jeep wollte im Pickup-Segment mitmischen und entwickelte den CJ8 Scrambler, einem mit dem CJ7 baugleichen Modell mit längerem Radstand, der aber 1983 bereits wieder eingestellt wurde. Außerdem gab es den Jeep Comanche auf Basis des Cherokee XJ, mit dem bewährten 4.0 Liter Reihensechszylinder.

 

     
Gegliedert wurden die amerikanischen Fullsize-Trucks immer nach demselben Muster, und zwar nach Halb-, Dreiviertel- und Eintonner, und das schon seit langer Zeit. Bei Chevrolet, GMC und Dodge heißen diese Baureihen 1500, 2500 und 3500, bei Ford heißen diese Pickups schon lange F-Series, nämlich der F150, F250 und F350. Die stärkste Variante gibt es immer als Dually mit hinterer Zwillingsbereifung.   Chevy-3500-Dually

 

Seit den frühen 80er Jahren sind auch Dieselmotoren verfügbar, Chevrolet entwickelte aus dem 5,7 Liter V8 Benziner den 6,2 Liter Diesel-V8, Dodge nahm den 5,9-Liter Cummins – Diesel ins Programm auf, Ford reagierte und warf den 6,9 Liter V8 ins Rennen, der dann später vom 7,3 Liter Powerstroke ersetzt wurde.

Es gibt eine schier unüberschaubare Vielzahl von Kombinationsmöglichkeiten, verschiedene Ladeflächenlängen, Kabinenlängen, verschiedene Motoren, Ausstattungsvarianten, Schalter und Automaten, Allrad- und Heckantriebsmodelle, Step- und Flairsides usw, so dass selten ein Pickup dem anderen gleicht.

GMC

Ford-Powerstroke-325PS

Ford-Bigtruck

Auch heute hat noch jeder der großen Hersteller Fullsize-Pickups im Angebot. Die Trucks sind immer noch robuste Arbeitstiere, jedoch meilenweit vom urigen LKW-Charme der 50er und 60er Jahre entfernt. Nach Deutschland wuden diese Fullsize-Trucks nie offiziell importiert, doch haben sich eine Fülle von Händlern darauf spezialisiert, nahezu jedes Modell über den Teich zu holen, egal, ob neu oder gebraucht. Sie tragen heute die klangvollen Namen RAM, Silverado oder Sierra.

 

Die Entwicklung in Europa

Toyota-Hilux   Da sich der Nutzen dieser Pickups auch in anderen Ländern schnell herumgesprochen hat, versuchten auch die Japaner, eine Scheibe vom Kuchen abzubekommen. Toyota entwickelte auf Basis der legendären Buschtaxis einen Pickup, zuerst auf der BJ – Baureihe, dann auf Basis des HZJ mit dem 4.2 Liter Sechszylinder Diesel den HZJ 79. Außerdem erwarb sich der Toyota Hilux seit den 70er Jahren einen guten Ruf in den Ländern der Dritten Welt und in Australien. Beständig weiterentwickelt sieht man den Hilux in den entlegensten Gegenden dieser Erde.
     

 

Auch Mitsubishi gelang mit der Einführung des L200 ein großer Wurf, vom eckigen Design der 80er Jahre bis zum trendigen aktuellen  Auftritt sieht man die L200 in vielen Ländern fahren.   Mitsubishi-L200
     
Datsun-Pickup   Datsun Pickups aus den 70er Jahren wurden in den 80er Jahren zu Nissan´s, auf den Y 720 folgte die Erfolgsbaureihe MD 21, MD 22 bis hin zum aktuellen Navara.
     
Opel hatte in den 90ern den Campo im Angebot, der auch in anderen Ländern, wie z.B. Austalien, recht erfolgreich unter dem Namen Holden vertrieben wurde.   Opel-Campo
     
Mazda-BT50   Ford´s Ranger und Mazda´s B 2500 (später BT50) liefen in Thailand vom selben Band und sind in den meisten Baugruppen baugleich.
     

 

Seit einiger Zeit mischt auch Isuzu mit dem D-Max kräftig im Pickup-Segment mit.
Auch die Marke Landrover hatte seit jeher Pickups im Angebot, sowohl vom geschlossenen 90er und vom 110er Defender gibt es einen Pickup-Ableger. Der lange 130er Doppelkabiner ist das Topmodell mit dem größten Nutzfaktor.
Einige Exoten wie der Ssangyong Musso Pickup spielten bei den Zulassungszahlen eine eher untergeordnete Rolle.

Isuzu-DMax

Landrover-Pickup

SsangYong-Pickup

Auch wenn die Regierung versucht, durch immer strenger werdende Vorschriften und einem jahrelangen Steuerstreit den Fahrern die Freude an ihren Pickups zu vermiesen, so hat sich doch seit einigen Jahren nicht zuletzt dank moderner Kommunikationsmöglichkeiten wie dem Internet eine treue, stets wachsende Fangemeinde entwickelt, die sich in Portalen wie dem Pickupforum trifft. Einerseits zum Erfahrungsaustausch, um sich gegenseitig bei technischen Problemen aller Art zu helfen und um auch das Zwischenmenschliche zu pfegen. So finden mittlerweile regionale und auch überregionale Treffen statt, und die Pickupgemeinde weitet sich langsam auf das europäische Umland aus.

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