Die wurden ab 1983 dann im Nissan-Werk in Tennessee gebaut. Erhältlich waren sie damals schon mit Heckantrieb als 4x2 – Version, oder allradgetrieben als 4x4. In verschiedenen Märkten wurden auch verschiedene Benzin- und Dieselmotoren angeboten. Seit der Herstellung im Nissan-Werk wurden alle Nachfolgemodelle von Nissan angeboten, genauso wie es sich zum Beispiel auch beim Geländewagenmodell Patrol verhalten hat; die ersten Patrol´s stammten noch von Datsun.
Auf den Y 720 folgte der D 21, der von 1888 – 1996 gebaut wurde. Sein Schwestermodell nannte sich Frontier. In Deutschland war der D 21 einer der Vorreiter des Pickup-Booms, der Jahre später einsetzen sollte! Erhältlich damals bei uns mit 2 Motorenvarianten: Einem 80 PS – Saugdiesel mit bescheidenen 80 PS, ohne Turbo. Oder als 2,4 Liter-Vierzylinder-Benziner mit 126 PS. Der Nutzwert war damals noch wichtiger als der Spaßfaktor, bzw. wurde darauf nicht so viel Wert gelegt. Beide Motoren galten als robust und langlebig und anspruchslos. Alle Modelle präsentierten sich ohne Schnickschnack, waren robuste Gesellen. Man hatte die Wahl zwischen KingCab oder dem fünfsitzigen DoubleCab mit kürzerer Ladefläche. Der Allradantrieb war zuschaltbar mit einer Geländeuntersetzung. Als geschlossenes Modell gab es den Terrano I, die Front bis zur A-Säule war mit dem Pickup identisch.
Ab 1996 – 2004 folgte der D22, der als Single-, Extra- oder DoubleCab erhältlich war. Wahlweise als Diesel oder Benziner, der Dieselmotor erstarkt auf 103 PS. Die Fahrleistungen etwas besser durch einen Turbo, galten auch diese Motoren als robust und langlebig. Größere Probleme bereite eher der Rost, gut erhaltene Exemplare dieser Baujahre sind heutzutage schon selten.
Von 2001 bis zum Produktionsende 2004 verpaßte man dem D22 ein Facelift mit geänderter Front, rundlicher, gefälliger, eben zeitgemäßer. Der Dieselmotor erfuhr eine weitere Leistungssteigerung auf 133 PS. War man anfangs noch begeistert von diesem erstarkten Motor, so folgte später die Ernüchterung: er erwies sich als sehr anfällig, viele Motorschäden plagte die Besitzer. Die stellten sich meist zwischen 80000 und 120000 km ein, die Fahrweise spielte dabei nur eine untergeordnete Rolle. Nissan war sich dieser Problematik bewußt und verlängerte die werksseitige Garantie. Nach allen Erfahrungen in Foren und im Netz kann man heutzutage diese Baujahre speziell mit diesem Motor nicht empfehlen.
Ein großer Erfolg war von Anfang an die D40 – Baureihe ab 2005. Mit dieser 3. Generation überraschte der Navara mit gefälligem Design und vielen Annehmlichkeiten – der Trend war absehbar, Pickups wurden alltagstauglicher und die Kundschaft nahm das dankend an. Als geschlossener Geländewagen war der Pathfinder bis zur A-Säule gleich mit dem Navara. Es blieb beim Leiterrahmen wie beim Vorgänger, Einzelradaufhängung vorne, Starrachse mit Blattfedern hinten. Wählen konnte man weiterhin zwischen KingCab und DoubleCab. Der 2,5 Liter Dieselmotor hatte anfangs 174 PS, die dann später auf 171 PS reduziert wurden. In anderen Märkten gab es auch einen 4.0 Liter V6-Benziner.
Eine Modellpflege war 2007 an der Reihe. Dabei veränderte sich auch das Design leicht, die Blinker wanderten vom Kotflügel in die Außenspiegel. Die Kundschaft konnte wählen zwischen XE, SE und LE. Im Frühsommer 2010 folgte das nächste größere Facelift. Eine abgeänderte Front, ein neuer Kühlergrill, der Diesel erstarkte auf nunmehr 190 PS. Ihm zur Seite wurde ein V6-Diesel mit 231 PS gestellt, der in Spanien gefertigt wurde. Vereinzelt gab es bei den frühen D40 –Modellen Motoren- und Rostprobleme, die aber so nach und nach ausgemerzt wurden. Navaras der späteren Baujahre ab ca. 2010 gelten als ausgereift und haltbarer.
Seit 2015 steht die aktuelle Version des Navara NP 300 in den Verkaufsräumen. Der einzige hier angebotene Dieselmotor hat nun 2,3 Liter Hubraum und ist in zwei Leistungsstufen erhältlich, nämlich mit 163 oder 190 PS. Man hat die Wahl zwischen einem 6-Gang-Schaltgetriebe oder einer 7-Stufen-Automatik und kann wählen zwischen 3 Karosserievarianten: dem Fahrgestell, also einem KingCab ohne Ladefläche für gewerbliche Umbauten oder für spezielle Wohnkabinen, denn dem KingCab mit 5,22 Länge oder dem DoubleCab mit einer Gesamtlänge von 5,33m. Die Nutzlast liegt bei über einer Tonne. Als Besonderheit haben die DoubleCabs anstelle von Blattfedern nun hinten Schraubenfedern, was dem Fahrkomfort zu Gute kommen soll. Die Optik des NP 300 spielte sich schnell in die Herzen der Kundschaft. Obwohl von vorne eindeutig als Weiterentwicklung des D40 erkennbar, hat er doch einige unverwechselbare Markenzeichen, wie die Sicken auf der Motorhaube oder den Spoiler an der Heckklappe. Es gibt mehrere Ausstattungslinien, die da wären: Visia, Acenta, N-Connecta, Tekna oder der N-Guard. Die letzten beiden sind nur als DoubleCab erhältlich. Bedingt durch die immer schärfer werdenden Abgasvorschriften entsprechen die neuesten Modelle mit AdBlue-Technik dem aktuellen Stand.
Nissan ist es mit dem aktuellen NP300 gelungen, mit gefälliger Optik einen ansprechenden Pickup auf die Beine zu stellen und so den Erfolg der langen Pickup-Reihe weiterzuführen. Wem das Serien-Design zu bieder ist, der hat genug Möglichkeiten, seinen NP 300 zu individualisieren: Zubehör-Lieferanten und Umbauer wie Taubenreuther, Daktec, Hurter, Michaelis oder Delta 4x4, um nur mal einige zu nennen, machen aus dem Serien-Pickup ein Auto, das für jeden Einsatzzweck gerüstet ist! (Autor: Redneck)